1. Anamnese - was stört Ihren Patienten/Ihre Patientin beim Schlafen?

Äußert ein Patient oder dessen Partner eine "Schlafproblematik", sollte eine umfassende Diagnose der Therapie voran gehen.

Geben Sie sich und Ihren Patienten die Zeit, in Ruhe herauszufinden, um welchen Schnarch-Typ es sich handelt. Als ersten Schritt füllen die Patienten unseren Fragebogen für die Bestimmung des Risikos für schlafbezogene Atemstörungen und deren Folgen aus. Daraus ergibt sich dann die weitere Diagnostik.

Je nach Schwere der vorliegenden Symptome können weitere Fachärzte für die Diagnose hinzugezogen werden, um herauszufinden, ob Protrusionsschienen als Therapie-Gerät für die Patientin/den Patienten in Frage kommt oder andere Maßnahmen in diesem Fall nötig sind.

Viele Menschen wissen nicht, dass eine Schnarchtherapie mit zahnärztlichen Protrusionsschienen möglich ist. Sprechen Sie sie darauf an!

2. Zahnärztliche Initialdiagnostik

Gemeinsam mit unseren Fachberatern oder in Zusammenarbeit mit Fachärzten ordnen wir den Schweregrad der vorliegenden Schnarchproblematik heraus.

Voraussetzung für den Einsatz einer Protrusionsschiene ist die Abwesenheit von myofazialer Dysfunktion, Kiefergelenksarthropathien oder fortgeschrittener Parodontopathie.

Sind diese Punkte ausgeschlossen, kann eine erste weiterführende Diagnostik der Schlafproblematik bequem beim Patienten zuhause durchgeführt werden.

Hierzu ist lediglich ein Gerät erforderlich, das das Schlafverhalten des Patienten dokumentiert. Auftretende Atemaussetzer, Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung usw. können so erfasst werden.

Alternativ kann ein Allgemeinmediziner, Pneumologe oder Neurologe diese Maßnahme durchführen und Ihnen die Diagnose zur Verfügung stellen.

Nach dieser Erstdiagnostik stehen Schweregrad der Schnarchproblematik, vorhandene Atemaussetzer sowie Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem fest.

3. Abformung + das richtige SchlafHarmonie-Gerät

Ist Ihr Patient nach Abschluss der Voruntersuchung weiterhin ein Kandidat für eine Protrusionsschiene, geht es an die Auswahl der individuell passenden Apparatur.

Sie nehmen exakte permanente Abformungen von Ober- und Unterkiefer Ihres Patienten und schicken diese zu uns ins Labor. Gerne können Sie auch digitale Scans direkt über unser KundenPortal senden. Außerdem benötigen wir eine Bissnahme mit einer Bissgabel. Diese können Sie direkt bei uns im Labor bestellen.

Bitte beachten: Die Abformungen müssen alle Zähne, den gesamten OK und UK, exakt abbilden, damit wir die Diagnosemodelle digital vermessen können. Bei der Bissgabel-Bissnahme sollten mindestens die Einbisse der Prämolaren und Molaren deutlich zu erkennen sein.

Daraufhin prüfen wir die Abformungen bei uns im Labor. Gemeinsam mit Ihnen und Ihrer Patientin/Ihrem Patienten suchen wir dann das individuell passende SchlafHarmonie-Gerät aus. Dabei achten wir darauf, dass es zu der vorliegenden Schlafproblematik passt und die beste Akzeptanz beim Patienten findet.

Danach erstellen wir ein detailliertes Angebot, das Sie beim nächsten Termin mit Ihren Patienten besprechen.

Sollten noch weitere Fragen aufkommen, so sind unsere Fachberater und Dentalreferenten jederzeit für Sie da!

Geben Sie Ihren Patienten in entspannter Gesprächsatmosphäre die Zeit, alle Fragen zu stellen!

4. Bessere Gesundheit - ohne Schnarchen

Nach der Zusage Ihres Patienten kann es losgehen: Wir starten auf dem Weg zum ruhigen, erholsamen Schlaf ohne Schnarchen!

Das Einsetzen des SchlafHarmonie-Gerätes unterschiedet sich nicht grundlegend vom Eingliedern einer Aufbissschiene.

Bitte beachten: Der UK-Teil der Schiene muss festsitzen, damit die Schiene in der Nacht nicht abspringt.

Die Protrusionsstege sollten nicht an den Weichteilen scheuern und können evtl. für die ersten Tage mit Schutzwachs abgedeckt werden.

Zur Eingewöhnung empfehlen wir, die Apparatur in den ersten Nächten 30 Minuten vor dem Schlafengehen einzusetzen. 

Manche Patienten nehmen in den ersten Nächten das Gerät unbewusst heraus. Das ist nicht ungewöhnlich, sollte aber nach der Eingewöhnung nicht mehr passieren.

Tipps zum Umgang erhalten Ihre Patienten in unserem Begleitheft für SchlafHarmonie-Geräte von Orthos 

Wir von Orthos wünschen ruhige Nächte, die gesunden Schlaf und Erholung bringen!

5. Nachkontrolle für langfristigen Erfolg

Da die Schiene zunächst mit vorbestimmten Biss eingesetzt wird, kann bei der Nachkontrolle der Vorschub falls nötig angepasst werden.

Etwa 14 Tage nach Einsetzen des SchlafHarmonie-Gerätes erfolgt die Erstkontrolle. Bei leichtgradigen Schlafanomalien ist eine Nachfolgediagnose in der Regel nicht erforderlich.

Wichtig ist jedoch die Kontrolle der Passung und die Prüfung, ob Weichteile durch Apparaturbestandteile gereizt werden. Außerdem wird Wirkung der Schiene auf das Schnarchen überprüft.

Da weniger Vorschub für Zähne und Kiefergelenke, weniger Belastung bedeutet, können Sie den Vorschub so lange reduzieren, bis das Schnarchen wieder eintritt. So erreichen Sie die bestmögliche Wirkung mit der geringstmöglichen Belastung für Ihre Patienten.

Vorteil: Alle SchlafHarmonie-Geräte von Orthos sind stufenlos verstellbar und dadurch individuell auf die Patienten anpassbar.

Unser gemeinsames Ergebnis:
Glücklich und zufriedene - und vor allem gut ausgeruhte - Patienten!  :o)


Welche Patienten kommen für eine Therapie mit zahnärztlichen Protrusionsschienen in Frage?

Finden Sie mithilfe unseres ausführlichen Fragebogens und einfachen Geräten zur mobilen Diagnostik zunächst heraus, welcher Schnarchtyp bei Ihrer Patientin/Ihrem Patienten vorliegt und ob Protrusionsschienen passend für die Therapie sind. 

Geringer Schweregrad
  • beim primären oder "sozial störenden" Schnarchen gibt es keine Atemaussetzer, die Sauerstoffversorgung ist ungestört
Obstruktives Schnarchen
  • liegt vor wenn die Atmung nicht oder nur wenig, mit maximal 5 - 10 Aussetzern pro Stunde, unterbrochen wird
Mittlerer bis hoher Schweregrad
  • mittlere obstruktive Schlafapnoe - bei 15 - 30 Aussetzern pro Stunde
  • schwere obstruktive Schlafapnoe - bei mehr als 30 Aussetzern pro Stunde

Gut geeignet sind Protrusionsschienen bei:

Patienten mit leichtem bis mittlerem primären Schnarchen ohne Verlegung der Atemwege (sozial störendes Schnarchen)

Patienten mit leichtem bis mittelschwerem obstruktivem Schnarchen ohne Aussetzer

Patienten mit leichtem bis mittelschwerem obstruktiven Schnarchen mit Atemaussetzern

Mit Einschränkungen geeignet sind Protrusionsschienen bei:

Patienten mit schwerem obstruktivem Schnarchen und starken Atemaussetzern bei vorherigem Versagen oder Intoleranz anderer Maßnahmen durch den Patient

Patienten mit starkem primären Schnarchen nach Versagen oder Intoleranz anderer Therapien wie Gewichtsreduktion, erzwungene Veränderung der Schlafposition, etc.

Nicht geeignet sind Protrusionsschienen für Patienten:

...mit zentralen Schlafstörungen

...starker Adipositas

...medikamenteninduzierter Schlafapnoe

...Menschen mit zu geringem Zahnbestand

 

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