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Schlafharmonie

Obstruktive Schlafapnoe (OSA): Ursachen, Symptome und Behandlung

Millionen Menschen leiden unter obstruktiver Schlafapnoe – einer ernsthaften Schlafstörung mit Atemaussetzern. Sie führt zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und erhöhten Gesundheitsrisiken. Oft bleibt sie unerkannt. Doch was steckt dahinter? Welche Risiken birgt das? Und welche Behandlungen helfen?

1. Was ist obstruktive Schlafapnoe?

Bei obstruktiver Schlafapnoe verschließen sich die Atemwege im Schlaf. Dadurch kommt es zu Atemaussetzern, die wenige Sekunden bis zu über einer Minute andauern können.

Durch den Verschluss der Atemwege wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Sauerstoffkonzentration im Blut sinkt. Ein gesundes, erholsames Durchschlafen und die nächtliche Regeneration werden unterbunden.

Die obstruktive Schlafapnoe ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung jedoch gut therapierbar ist. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern und reduziert das Risiko für Folgeerkrankungen.

Abgrenzung zu anderen Schlafstörungen:

Zentrale Schlafapnoe

Liegt die Ursache der Atemaussetzer nicht in einer Blockade der Atemwege, sondern in einer fehlerhaften Steuerung durch das Gehirn, spricht man von „Zentraler Schlafapnoe“.

Hier sendet das zentrale Nervensystem während des Schlafs keine oder unregelmäßige Signale an die Atemmuskulatur, wodurch es zu Atemaussetzern kommt. Diese Form tritt häufig bei Menschen mit Herzinsuffizienz, nach einem Schlaganfall oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Opioide) auf.

Die zentrale Schlafapnoe ist eine komplexe Erkrankung, die eine sorgfältige Abklärung und individuelle Therapieplanung erfordert. Für die Diagnostik erfolgt meist eine umfassende kardiorespiratorischen Polysomnographie.

Primäres Schnarchen

Schnarchen entsteht, wenn der Luftstrom durch den Mund oder die Nase während des Schlafs behindert wird. Die weichen, erschlafften Gewebeteile im Rachen geraten hierbei in Schwingung und erzeugen die typischen Schnarchgeräusche.

Beim „normalen Schnarchen“ kommt es im Gegensatz zur obstruktiven Schlafapnoe selten zu Atemaussetzern. Dennoch birgt auch Schnarchen schwerwiegende gesundheitliche Risiken. Es sollte daher unbedingt verhindert oder zumindest reduziert werden.

Erfahren Sie mehr: Was hilft gegen Schnarchen?

2. Ursachen und Risikofaktoren der obstruktiven Schlafapnoe

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern aufgrund einer Verengung oder eines zeitweisen Verschlusses der oberen Atemwege während des Schlafs. Dies geschieht aus folgenden Gründen:

Erschlaffung der Muskulatur

Die Hauptursache für Atemaussetzer bei obstruktiver Schlafapnoe ist die übermäßige Erschlaffung der Muskulatur im Rachen- und Halsbereich während des Schlafs.

  • Die Zunge fällt nach hinten und blockiert teilweise oder vollständig den Rachen.
  • Die weichen Gewebeteile erschlaffen und verschließen den Rachen.
  • Der Zungengrund fällt in den Rachen.

Anatomische Faktoren

Bestimmte anatomische Gegebenheiten können das Risiko für Atemaussetzer erhöhen:

  • Vergrößerte Mandeln oder Polypen, besonders bei Kindern
  • Verbogene Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln
  • Vergrößertes Zäpfchen (Uvula)
  • Kieferfehlstellungen wie Retrognathie

Weitere Faktoren, die Schnarchen begünstigen

Zusätzlich können folgende Faktoren zu Atemaussetzern beitragen:

  • Übergewicht: Fettablagerungen im Halsbereich können die Atemwege verengen oder blockieren.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelspannung im Rachen ab.
  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen als Frauen, insbesondere bis zum Eintritt in die Wechseljahre.
  • Alkoholkonsum und Sedativa: Diese Substanzen entspannen die Muskulatur zusätzlich.
  • Rückenlage beim Schlafen: In dieser Position kann die Zunge leichter nach hinten fallen und die Atemwege blockieren.

Durch diese Faktoren verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege, was zu einer starken Verringerung oder sogar Unterbrechung des Luftstroms führt. Der Körper reagiert darauf mit einer kurzen Weckreaktion, um die Atmung wieder in Gang zu setzen. Dieser Zyklus kann sich jede Nacht hunderte Male wiederholen. Die Schlafqualität wird dadurch dauerhaft gestört.

3. Symptome und gesundheitliche Folgen der Schlafapnoe

Wie erkennt man eine obstruktive Schlafapnoe?

Typische Symptome sind:

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
  • Atemaussetzer (oft vom Partner bemerkt)
  • Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit am Morgen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Morgendliche Kopfschmerzen
  • Gereiztheit und depressive Verstimmungen

Welche gesundheitlichen Folgen drohen?

Unbehandelte Schlafapnoe kann langfristig zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, darunter:

  • Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes Typ 2
  • Erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko
  • Erhöhtes Unfallrisiko durch Tagesmüdigkeit

Hierauf weist u. a. die Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin in ihren „S3-Leitlinien Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ mit Blick auf die aktuelle Studienlage hin.

4. Diagnose: Wie wird Schlafapnoe festgestellt?

Die Diagnose beginnt meist mit einem Arztgespräch und erfolgt in mehreren Schritten. Folgende Methoden sind üblich:

Erste Anzeichen und Screening

  • Befragung des Patienten und ggf. des Schlafpartners zu Symptomen wie Schnarchen, Tagesmüdigkeit und beobachteten Atemaussetzern
  • Fragebögen und Führen eines Schlaftagebuchs
  • Online-Schlafapnoe-Tests zur ersten Selbsteinschätzung

Ambulante Untersuchung

  • Durchführung einer ambulanten Polygraphie zu Hause
  • Messung von Atmung, Körperlage, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung über Nacht
  • Auswertung der Daten durch den Arzt am nächsten Tag

Untersuchung im Schlaflabor

Bei Verdacht auf Schlafapnoe oder unklaren ambulanten Ergebnissen erfolgt eine Polysomnographie im Schlaflabor:

  • Übernachtung mit umfangreicher Messung verschiedener Körperfunktionen
  • Erfassung von Hirnströmen (EEG), Augenbewegungen (EOG), Muskelaktivität (EMG), Herzaktivität (EKG), Atmung, Sauerstoffsättigung und Körperlage
  • Videoaufzeichnung zur Beobachtung von Bewegungen und Verhalten

Auswertung und Diagnose

  • Analyse des Schlafprofils und Berechnung des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)
  • Bestimmung von Art und Schweregrad der Schlafapnoe
    • AHI von 5-15 pro Stunde: leichte Schlafapnoe
    • AHI von 15-30: mittelschwere Schlafapnoe
    • AHI über 30: schwere Schlafapnoe

Die Polysomnographie im Schlaflabor gilt als zuverlässigste Methode zur endgültigen Diagnose einer Schlafapnoe und ermöglicht eine genaue Beurteilung des Schweregrads sowie die Planung der geeigneten Therapie.

Falls Sie vermuten, dass Sie an Schlafapnoe leiden, wenden Sie sich an einen HNO-Arzt, Schlafmediziner oder Ihren Zahnarzt.

Tipp: Für eine erste Selbsteinschätzung nutzen Sie gerne den kostenfreien Schnarchtest von SchlafHarmonie.

5. Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft gegen obstruktive Schlafapnoe?

Konservative Maßnahmen: Lebensstiländerungen

  • Gewichtsreduktion (bereits 10 % weniger Körpergewicht können die Symptome erheblich verbessern)
  • Kein Alkohol oder Beruhigungsmittel vor dem Schlafen
  • Seitenlage fördern (z. B. mit Lagerungskissen)

Medizinische Therapieoptionen

  • CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure)
    • Durch die Atemmaske wird Sauerstoff über einen konstanten Luftstrom aktiv zugeführt.
    • Das sichert die Sauerststoffversorgung, aber viele Patienten empfinden die CPAP-Maske als unangenehm und brechen die Therapie ab.
  • Schnarchschienen (Unterkieferprotrusionsschienen – UKPS)
    • Vom Zahnarzt individuell angepasste Schnarchschienen halten den Unterkiefer in einer vorgeschobenen Position, die verhindert, dass der Rachenraum verengt wird.
    • Sie öffnen so die Atemwege, reduzieren das Schnarchen und verbessern die Sauerstoffzufuhr.
    • Sie sind deutlich angenehmer als CPAP und für viele Patienten eine sehr gute Alternative.
    • Bei Apnoe-Patienten, die mit der CPAP-Maske nicht zurechtkommen, ist die UKPS seit 2022 Kassenleistung.

Laut einer Metaanalyse der American Academy of Sleep Medicine zeigen Unterkieferprotrusionsschienen bei leichter bis mittelschwerer OSA eine vergleichbare Wirksamkeit wie CPAP-Geräte. (JDSM eta.)

Operative Eingriffe

  • Operative Eingriffe sind immer mit Risiken verbunden. Daher sind sie meist nur bei schweren Fällen oder anatomischen Fehlstellungen notwendig.
  • Hierbei finden Verfahren wie Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) oder Zungenschrittmacher Anwendung.

6. Unterkieferprotrusionsschienen (Schnarchschienen): Die komfortable Alternative zur CPAP-Maske

LunaSol Schnarchschiene von Orthos

LunaSol: Vom Fachlabor Orthos individuell auf Maß gefertigte und vom Zahnarzt angepasste Schnarchschiene für eine komfortable Therapie bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe.

Wie funktionieren Unterkieferprotrusionsschienen?

Eine individuell angepasste Schnarchschiene hält den Unterkiefer leicht nach vorne und verhindert, dass die Atemwege kollabieren.

Vorteile der Schnarchschiene

  • Hoher Tragekomfort ohne störende Maske
  • Klinisch bewiesene Wirksamkeit
  • Einfache Anwendung, auch auf Reisen – passt in jeden Kulturbeutel
  • Verbesserung der Schlafqualität für Betroffene und ihre Partner

Gut zu wissen: Abhängig von der medizinischen Notwendigkeit übernehmen in Deutschland viele Krankenkassen oder Ihre private Krankenversicherung die Kosten für eine solche Therapie – insbesondere bei leichter bis mittelschwerer OSA. Ihre behandelnde Zahnärztin/Ihr Zahnarzt klärt dies vor Therapiebeginn ab.

Ausführliche Informationen: Schnarchschiene vom Zahnarzt

Fazit: Schlafapnoe erkennen und behandeln für ein gesünderes Leben

Obstruktive Schlafapnoe ist mehr als nur eine lästige Schlafstörung – sie kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung verbessern die Lebensqualität erheblich und verringern gesundheitliche Risiken.

Komfortable Lösungen wie individuell auf Maß im Fachlabor angefertigte und vom Zahnarzt angepasste Schnarchschienen bieten eine effektive Alternative zur klassischen CPAP-Maske.

Sie haben Fragen dazu oder wünschen eine individuelle Beratung? Dann informieren Sie sich gerne bei einem spezialisierten Zahnarzt in Ihrer Nähe:

► Zahnarzt finden

 

Häufig gestellte Fragen zur obstruktiven Schlafapnoe

1. Wie unterscheidet sich obstruktive Schlafapnoe von einfachem Schnarchen?

Schnarchen entsteht in der Regel durch Vibrationen des Rachengewebes. Liegt zudem eine obstruktive Schlafapnoe vor, kommt es zu wiederholten Atemaussetzern, die mehrere Sekunden oder sogar Minuten während des Schlafs anhalten können. Diese Aussetzer können ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen, da sie die Sauerstoffversorgung unterbrechen. Eine medizinische Abklärung ist daher dringend angeraten.

2. Welche langfristigen gesundheitlichen Risiken sind mit unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe verbunden?

Unbehandelte OSA kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Zudem kann es zu Diabetes Typ 2, einem erhöhten Unfallrisiko durch Tagesmüdigkeit oder auch gestörter Libido kommen.

3. Kann obstruktive Schlafapnoe auch Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben?

Ja, unbehandelte OSA birgt nicht nur körperliche Risiken. Sie kann zu Stimmungsschwankungen, Depressionen und Angstzuständen führen, da der gestörte Schlaf die neurochemische Balance im Gehirn beeinflusst.

4. Welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es neben der CPAP-Therapie?

Neben der CPAP-Therapie können Unterkieferprotrusionsschienen (Schnarchschienen) eine effektive Alternative darstellen, insbesondere bei leichter bis mittelschwerer OSA. Die Schiene hält den Unterkiefer während des Schlafens in einer vorgeschobenen Position und verhindert so den Verschluss der Atemwege. In bestimmten Fällen können auch chirurgische Eingriffe oder die Implantation eines Zungenschrittmachers in Betracht gezogen werden.

5. Wie kann ich feststellen, ob ich an obstruktiver Schlafapnoe leide?

Wenn Sie Symptome wie lautes, unregelmäßiges Schnarchen, Atemaussetzer im Schlaf, übermäßige Tagesmüdigkeit oder morgendliche Kopfschmerzen bemerken, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Eine genaue Diagnose kann durch eine Schlafuntersuchung, beispielsweise eine Polysomnographie im Schlaflabor, gestellt werden.

6. Ist obstruktive Schlafapnoe bei Kindern möglich?

Ja, auch Kinder können an OSA leiden. Häufige Ursachen sind vergrößerte Mandeln oder Polypen. Typische Symptome bei Kindern sind unruhiger Schlaf, Konzentrationsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind essenziell, um Entwicklungsstörungen zu vermeiden.

7. Welche Rolle spielt das Körpergewicht bei der Entwicklung von obstruktiver Schlafapnoe?

Übergewicht, insbesondere Fettansammlungen im Halsbereich, kann das Risiko für OSA erhöhen, da es zu einer Verengung der Atemwege führt. Gewichtsreduktion kann die Symptome verbessern oder sogar beseitigen.

8. Kann obstruktive Schlafapnoe zu Tagesmüdigkeit führen, auch wenn ich ausreichend schlafe?

Ja, auch bei ausreichender Schlafdauer verhindert OSA meist einen erholsamen Schlaf. Die wiederholten Atemaussetzer stören den Schlafzyklus und unterbrechen die Sauerstoffversorgung. Direkte Folgen sind übermäßige Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme. Das Risiko für Folgeerkrankungen steigt.

9. Gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für obstruktive Schlafapnoe erhöhen?

Neben Übergewicht zählen zu den Risikofaktoren: höheres Alter, männliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung, Alkoholkonsum, Rauchen und anatomische Besonderheiten wie vergrößerte Mandeln oder eine verkrümmte Nasenscheidewand.

10. Wie effektiv sind chirurgische Eingriffe bei der Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe?

Chirurgische Eingriffe können in bestimmten Fällen, vorwiegend bei anatomischen Ursachen, sehr effektiv sein. Die Erfolgsaussichten variieren jedoch und sollten individuell mit einem Facharzt besprochen werden.

In vielen Fällen ist eine konservative Behandlung, z. B. durch Gewichtsreduktion, Verhaltensänderung, CPAP-Therapie oder zahnärztliche Unterkieferprotrusionsschiene die passende Therapie. 

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