Besser schlafen: 4 Mythen im Check

Bei Vollmond hellwach. Wer schnarcht, schläft besser. Und Alkohol hilft beim Einschlafen. Es gibt unzählige Behauptungen über besseren Schlaf. Wahrheit oder Humbug? Vier Schlaf-Mythen werden hier aufgedeckt.

 

Schlaf-Mythos 1: Ein Glas Wein hilft beim Einschlafen.

Teilweise richtig. Alkohol kann zwar eine entspannende Wirkung haben und beim Einschlafen helfen, gleichzeitig nimmt aber die eigentliche Schlafqualität ab. Während des Schlafens reagiert das Gehirn nämlich mit Weckimpulsen, Unruhe oder Schwitzen auf den Abbau des Alkohols im Blut.1 Da so die Tiefschlafphasen abnehmen, ist der Schlaf unterm Strich weniger erholsam.

Schlaf-Mythos 2: Man kann zu wenig, aber nicht zu viel Schlafen.

Falsch. Eine neue Studie von Forschenden der Universitäten Cambridge und Fuhan analysierte Daten von 500.000 Erwachsenen zwischen 38 und 73 Jahren. Das Fazit: Sieben Stunden Schlaf sind für viele optimal. Wird diese Schlafdauer dann stark verlängert oder verkürzt, scheint dies die psychische Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden zu verschlechtern.2 Auch das Herz leidet darunter: Eine weitere Studie mit Daten von etwas mehr als 1 Millionen Personen zeigte, dass sechs bis acht Stunden Schlaf am besten für die eigene Herzgesundheit sind.3 Man kann also definitiv zu viel und zu wenig schlafen. Wann das genau so ist, hängt jedoch von persönlichen Faktoren ab, weshalb die optimale Schlafdauer von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein kann.6

Schlaf-Mythos 3: Bei Vollmond schläft man schlechter.

Richtig. Neueste Erkenntnisse deuten tatsächlich darauf hin, dass wir rund um den Vollmond später einschlafen und sich unsere Schlafdauer insgesamt verkürzt.4 Jedoch sind verschiedene Studien in den letzten Jahren immer wieder zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. Das Thema scheint daher noch nicht abschließend geklärt zu sein – ich bin weiter gespannt!

Schlaf-Mythos 4: Wer schnarcht, schläft besser!

Falsch. Schnarchen sagt nichts über die eigentliche Schlaftiefe oder die Schlafphasen aus. Das nervige Geräusch entsteht durch die natürliche Entspannung der Muskeln im Schlaf. Kommt es beim Schnarchen darüber hinaus zu Atemaussetzern (Schlafapnoe), kann es schnell gesundheitsschädlich werden: Gehirn und Herz werden durch Unterversorgung und Stressreaktionen beansprucht, was die Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich erhöht.5

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Quellen:

1 https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/2021-09-30_Ein-_und_Durchschlafstoerungen.pdf
2 https://www.nature.com/articles/s43587-022-00210-2
3 https://academic.oup.com/eurheartj/article/39/suppl_1/ehy565.P2540/5081249?login=true
4 https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.abe0465
5 https://www.schlafharmonie.de/de/wieso-schnarche-ich.html
6 DGSM: 7 Stunden Schlaf pro Nacht sind kein Grant für erholsamen Schlaf! 2022.

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